Artenreiche Dachbegrünung – Biodiversitätsdach
Die naturnahe und artenreiche Dachbegrünung ist die effektivste und schönste Art einer versiegelten Dachfläche Leben einzuhauchen…
Die artenreiche, naturnahe Dachbegrünung besteht immer aus standortgerecht gepflanzten oder ausgesäten europäischen Wildpflanzen. Dies kann ein extensiver Blührasen für magere, sonnige Trockenstandorte sein oder eine Gräser-Kraut Mischung für eher schattige Standorte.

Die Traglast des Daches entscheidet über die maximale Substratstärke und somit auch über die Möglichkeiten bezüglich der Pflanzenwahl.
Eine naturnahe Dachbegrünung aus Wildgräsern und -kräutern sowie trockenresistenten heimischen Wildstauden benötigt mindestens zwischen 12-15cm Substrat, wobei ca. 15kg zusätzliche Dachlast pro 1cm Substrat im wassergesättigtem Zustand anfällt.
Das bedeutet, Sie benötigen ca. 150-200kg/m2 bzw. 1,5 – 2kN/m2 als mögliche Lastaufschüttung für Ihr artenreiches Gründach. Ein Statiker kann und sollte Ihnen das genau ausrechnen, bevor Sie uns hinzuziehen.
Sollte die Statik es nicht erlauben flächig mit einer höheren Substratstärke zu arbeiten, können partielle Anhügelungen die Lösung sein. Diese fördern die Artenvielfalt auf Ihrem Dach durch den Unterschied von Feuchtigkeit und verfügbarem Wurzelraum und den damit einhergehenden passenden Pflanzenansiedlungen.

Über einer zertifiziert wurzeldichten Bitumenbahn, welche vom Dachdecker aufgebracht werden muss, installieren wir ein Wurzelschutzvlies aus recyceltem Kunststoff, welches die Dachhaut vom Substrat trennt und gleichzeitig wasserspeichernde Eigenschaften hat.

Der Auftrag der Substratmischung erfolgt bei kleineren Flächen per Lastenaufzug in Eimern oder bei größeren Dachflächen wie in diesem Beispiel, mittels einem Gebläse.

Die Ränder zu Brandschutzwänden und aufgehenden Bauteilen und zu den Dachkuppelfenstern werden aus spritz-und brandschutztechnischen Gründen mit Waschkies aufgefüllt.

Das Substrat ist extrem leicht, kommt aus Deutschland und ist eine Mischung aus vulkanischen Gesteinssorten und zertifiziertem Kompost. Es wird durch uns von spezialisierten Lieferanten bezogen.

Dachbegrünungen können auf vollsonnigen, halbschattigen aber auch schattigen Standorten erfolgreich ausgeführt werden.
Extra-Ansaaten von Natternkopf, Wimperperlgras und Karthäuser-Nelke sowie Initialstauden von der Steinbrech-Felsennelke, dem Steppensalbei, der Wiesenmargerite sowie der Fetthenne erweitern das Artenspektrum und den Blühzeitraum. Außerdem setzen wir gerne Blumenzwiebeln wie Gelben Lauch, Schnittlauch und Muscari-Trauben.
Zusätzlich werden noch 25g/m2 Sedumsprossen ausgestreut. Diese dienen dem raschen Schliessen der Fläche und werden im Laufe der Zeit von den Wildstauden verdrängt.
Ein Element des Biodiversitätsdaches sind Sandlinsen für Wildbienen, welche bis auf die Drainmatten oder das Wurzelschutzvlies heruntergezogen werden und aus lehmhaltigen Sand bestehen.

Ebenso dient Totholz als Nisthilfe für Insekten und darf auf keinem Biodiversitätsdach fehlen, solange es die Statik erlaubt.

Die naturnahe Dachbegrünung unterscheidet sich von der Dachbegrünung mit reinen Sedumsprossen von Hauswurz und Co. unter anderem dadurch, daß sie weitaus artenreicher ist, ein attraktives Blühtenbild zaubert und allerlei Nutzinsekten Lebensraum und Nahrung bietet.
Zusätzlich sind die bauphysikalischen Effekte wie die Wärmedämmung deutlich größer, da die Blattoberfläche pro qm bei einer Gras-Kraut-Vegetation um ein vielfaches höher ist, als bei Fettpflanzen.
Im Vergleich: bei einem gut ausgebildetem Grasdach beträgt die Blattoberfläche zwischen 50 und 100qm Blattgrün pro qm Dachfläche, bei einem Sedumdach nur zwischen 1-5qm Blattgrün pro qm Dachfläche.
Zitat von Gernot Minke aus dem Buch ‘Dächer begrünen’: ‘Wer also einen besonders guten Wärmedämmeffekt während der Heizperiode und einen guten Kühleffekt bei intensiver Sonneneinstrahlung im Sommer erhalten will, sollte eine möglichst dichte Wildgräser oder Wildgräser-Wildkräuter-Vegetation wählen.’

In Zeiten von Klimawandel und Artenrückgang ist die naturnahe Dachbegrünung einer reinen Sedumbegrünung aus oben genannten Gründen vorzuziehen.
Sollte die Statik es allerdings nicht erlauben ein artenreiches Gründach anzulegen, ist ein Sedumdach immer noch dem Schwarzdach vorzuziehen, da es zumindest die Lebensdauer Ihrer Dachhaut verlängert, positive Auswirkungen auf das Mikroklima, den Regenwasserhaushalt sowie die Wärmedämmung hat.

In diesem Sinne hoffe ich, Ihr Interesse an der effektivsten und schönsten Dachbegrünung geweckt zu haben und freue mich auf Ihre Anfrage!
Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Dachbegrünung gemacht wird. Hier habe ich es in der Praxis gesehen. Vielen Dank! Meine Freundin hat mir die Dachbegrünung geraten, damit der Sommer nicht so heiß und der Winter nicht so kalt wären.
Gerade Innenstädte werden mit einer schönen Dachbegrünung unheimlich aufgewertet. Neben den positiven Effekten für die Umwelt, ist es auch eine Bereicherung für das gesamte Stadtbild. Natürlich bedarf es auch beim Garten auf dem Dach einer guten Pflege. Wie artenreich und toll es dann aussehen kann, zeigt dieser Blogartikel.
Vielen Dank!
Sure Dachbegrünung sieht bereits nach acht Wochen unglaublich toll aus! Welches unbegrünte Flachdach kann da sonst mithalten? Keins!
Ich habe bei uns soeben auch eine Dachbegrünung vorgenommen und hoffe, dass mein Dach annähernd so toll wird wie das in diesem Blog! Herrlich!
Herzlichen Dank für Ihren positiven Kommentar!