Klimaresistente Sandbeete an vollsonnigen Standorten

Staudenpflanzungen in Sandbeeten

Seit einiger Zeit, experimentieren immer mehr Gartengestalter und Landschaftsgärtner mit Sand als Pflanzsubstrat bzw. Mulchlage.

Auch wir bieten dies für Staudenbeete an sonnig-heißen & trockenen Standorten mit starkem Nachdruck an.

Unser Besuch beim Pionier der Pflanzungen in reinem Sand – Peter ‘The Sandman’ Korn aus Schweden, hat uns gelehrt, wie und warum dies hervorragend funktioniert.

Welche Vorteile dies konkret mit sich bringt, stelle ich Ihnen gerne in diesem Artikel vor.

Warum Sand – die Vorteile im Überblick

  1. Sand ist unkrautfrei – das bedeutet, Ihr Pflanzsubstrat enthält keine Samen von unerwünschten Beikräutern wie sie im Oberboden immer vorhanden sind
  2. Sand trocknet an der Oberfläche schnell aus – das führt dazu, dass angewehtes Saatgut von Beikräutern vertrocknet und wenig Chancen hat, zu keimen
  3. Sand bricht durch seine Struktur die Kapillarität von aus tieferen Schichten aufsteigendem Wasser – das hat die Folge, dass der Sand, welcher tiefer als 10-15cm liegt, erdfeucht bleibt – die Pflanzen freut es und Sie müssen kaum gießen
  4. Sand kühlt den unterliegenden Boden – dadurch bleibt das Bodenlebewesen aktiv und die Temperatur auch im Sommer relativ konstant
  5. Sand ist wasserdurchlässig – gerade Stauden der trocken-heißen Freiflächen (Wiesensteppen, Felssteppen, Trockenrasen etc.) sind empfindlich, was Staunässe besonders am Wurzelhals betrifft. Gerade im Winter, wenn es häufig nass & kalt ist, faulen die Wurzelhälse und die Stauden sterben ab. Mit Sand wird das vermieden.
  6. Sand regt Wurzelbildung an – vielleicht haben Sie schon einmal eine Pflanze aus dem Sand gezogen und die üppigen Feinwurzeln gesehen, welche sich hier bilden konnten (weil mussten). Pflanzen sind immer auf der Suche nach Wasser & Nährstoffen – in dieser Reihenfolge. Im Sand sind die Pflanzen gezwungen, tief und weitreichend zu wurzeln, weshalb Sie in Folge resistenter gegen Trockenheit werden.
  7. eventuell aufkommende Beikräuter sind sehr leicht aus dem Sand zu jäten

 

Sie sehen, es gibt gute Gründe, um Sand in Staudenbeeten zu verwenden. Gerne legen wir eine Staudenpflanzung in Sand auch in Ihrem Garten an. Sie werden überzeugt sein!

 

Zwei grundlegend verschiedene Vorgehensweisen – Sand als Mulchlage vs. Sand als Vegetationssubstrat

 

 

 

Wir unterscheiden zwei Möglichkeiten mit Sand zu arbeiten. Abhängig vom Standort des zukünftigen Staudenbeetes.

 

  • Sand als Mulchlage/Abdeckschicht

Wir möchten Bodenaustausch aus ökologischen & ökonomischen Gründen soweit wie möglich verhindern.

Wird ein neues Staudenbeet in Ihrem Garten von uns angelegt, findet sich zumeist beikrautbelasteter Oberboden vor. Eine direkte Pflanzung in diesen Oberboden, zieht zumeist hohen Pflegeaufwand nach sich. Vor allem in den ersten Jahren.

Um alle Vorteile des Sandes – wie oben beschrieben, zu nutzen, empfehlen wir deshalb, eine Mindeststärke von 20cm aufzutragen. Entweder erreichen wir dies durch minimalen Bodenaustausch oder durch Aufschüttung – gegebenenfalls eingefasst durch eine Randeinfassung aus Natursteinen oder Stahlbändern.

Die Pflanzung erfolgt dann direkt in den Sand. Schnell wachsen die Wurzeln durch die obere Sandschicht und erreichen den anstehenden Boden, wo sie Wasser & Nährstoffe finden.

Eine zusätzliche Düngung ist hier zumeist nicht nötig.

Dies ist in den meisten Gärten die beste & ökologisch sinnvollste Methode.

Schön ist es, das Staudenbeet noch gestalterisch durch Feldsteine, Findlinge, diverse Kieselsteine oder Totholz aufzuwerten. Auch leichte Anhügelungen bringen Spannung und Diversität ins Beet.

 

  •  Sand als Vegetationssubstrat

Dies ist der Fall, wenn aus spezifischen Gründen, eine Sandaufschüttung von deutlich mehr als 30cm erfolgt. Zum Beispiel hinter höheren Trockenmauern oder bei sehr hohen Anhügelungen.

Hier stösst die Pflanze nicht schnell auf eine unterliegende nährstoffreiche Bodenschicht.

Die Pflanzen werden auch dies überleben, doch entwickeln sie hier einen deutlich gedrungeneren Habitus & wachsen langsamer – sind dafür aber auch langlebiger!

Es obliegt in der Entscheidung des Kundens, ob er geduldig sein möchte & kann, oder eben lieber nicht. In letzterem Fall düngen wir die Pflanzung mit einem mineralischem Langzeitdünger, welche die Nährstoffversorgung regelt und zu einem zügigerem optischen Erfolg verhilft.

Auch empfiehlt es sich hier, die Pflanzen wurzelnackt zu pflanzen, um die im Sand vorhandenen Mykorrhizen optimal nutzen zu können.

 

 

Durch den Kapillarbruch kann aufsteigendes Bodenwasser nicht bis zur Oberfläche gelangen und verbleibt im Boden, wo es von den Pflanzen genutzt werden kann. Ständiges Gießen im Sommer darf deshalb ausbleiben und liefert somit einen wichtigen Beitrag zur Wassereinsparung.

Gepaart mit der nur minimal nötigen Entfernung von unerwünschten Beikräutern pro Jahr, erleichtert es den Pflegeaufwand enorm.

 

Der anfänglich etwas höhere Aufwand für den Auftrag des Sandes, macht sich dauerhaft bezahlt. Dies haben diverse Untersuchungen von u.a. Till Hofmann am ehemaligen Sichtungsgarten in Weinheim – dem ‘Hermanshof’, sowie Pflanzgestaltern wie Peter Korn aus Schweden, ergeben. Auch in England wird von James Hitchmough und John Little mit Sandbeeten experimentiert und sehr gute Ergebnisse erziehlt.

 

 

Geben Sie dieser Methode auch in Ihrem Garten eine Chance und kontaktieren Sie uns gerne dazu!

Wir freuen uns drauf!

 

2 Gedanken über “Klimaresistente Sandbeete an vollsonnigen Standorten

  1. Wirklich toll erklärt! Es macht Spaß, sich auf diese neue Gartenbautechnik mit Sand als Substrat einzulassen. Ich wünsche euch viele dafür aufgeschlossene Kundinnen und Kunden und weiterhin viel Erfolg! Michaela

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